Freitag, 18. Januar 2013

Wenn man Glück spüren kann.



Ich hab mich entschieden aufzuräumen. Ich wollte meine Dominosteine (Weißt du nicht, was ich meine? Dann lies mal HIER ) neu aufstellen, aber dann kam der erste Schritt schon von ganz alleine,  gerade als ich mich entschlossen hatte, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.

Wir waren Samstag essen, ganz normal, es war kein Date, einfach ein Essen im Hard Rock Cafe mit meinem besten Freund. Dann mit der Bahn schnell zu mir und in mein Bett gelegt, während auf'm Laptop eine Playlist lief. Es war nicht leicht irgendwie diese Entwicklung von Bekannten zu Freunden zu besten Freunden zu besten Freunden, die alles miteinander ausprobieren wieder zu einfach nur besten Freunden zurückzustufen. Auf ein mal lagen wir Nasenspitze an Nasenspitze einander zugewandt unter der Decke und redeten im Dunkeln - ohne den anderen zu sehen, fällt reden manchmal leichter. Ich wusste genau, dass er mich ebenso anstarrte wie ich ihn, so einen Blick spürt man einfach, schwer, manchmal kalt, manchmal heiß, das spürt man. Wir sprachen über den Tag, das Essen, Menschen und worüber es sich noch zu sprechen lohnte. "Was denkst du gerade in diesem Augenblick?" fragte er mich. Ich möchte Dir gerade am liebsten einen Kuss auf die Wange geben. Doch der Gedanke daran, dass wir ja "nur" beste Freunde sind und ich das dafür wirklich oft genug mache, hielt mich davon ab es ihm zu sagen oder zu tun. "Nichts wichtiges." kam mehr gestottert als selbstbewusst aus meinem ungeschicktem Gebilde, was andere Leute Mund nennen. Jemand wie er, jemand, der mich so gut kennt, gibt sich nicht mit einer solchen Lückenfüller-Antwort zufrieden, also hackte er weiter nach bis ich es ihm sagte und mit den Worten "was soll's" letztlich doch einen Bussi gab. Jetzt lagen wir noch näher voreinander,berührten uns, am Knie, am Arm, an der Stirn; wenn dein ganzer Körper sozusagen nur in Luft, Matratze und Decke gebettet ist, die Person, nach der du dich derart sehnst vor dir liegt und das einzige, was du von ihr hast diese Stellen sind, an denen ihr euch berührt, dann werden diese Stellen zu besonderen Punkten, warmen, kribbelnden, schönen Punkten. Auf einmal legte sich seine Hand - so eine große, starke, braune aber immer noch weiche Hand- um meinen Nacken. Bitte küss mich jetzt, zieh mich an dich, sag nichts, küss mich war alles, was ich dachte. Statt irgendetwas in der Richtung anzustellen fragte er nur wieder nach meinen Gedanken, aber die wollte ich ihm diesmal nun wirklich nicht sagen. Ich war sowieso der Überzeugung er wusste ganz genau, was in mir vorging, er wusste was er mit mir machte, wozu fragte er noch so blöd?! Also schwieg ich aus Schutz und Trotz und begann mit der Gegenfrage. Es wurde ganz ruhig für einen Augenblick bevor er mit Bedacht "Viel" murmelte. "Du musst aufhören dich zu kratzen, nie mehr, hast du gehört? Nie mehr. Du musst zur Schule gehen, nicht nur ab und zu, immer wenn du mal Lust hast, sondern immer, immer Immer, regelmäßig, jeden verdammten Tag! Geh früher schlafen damit du morgens auch aufstehst, mach deine Hausaufgaben, bevor du schlafen gehst, ich helfe dir auch. Ich bin für dich da! Du bist tausend mal schlauer als ich, du hast das Zeug dazu, etwas aus dir zu machen, Dinge zu erreichen, die andere nur gerne erreichen würden, du musst nur mal anfangen für irgendetwas einzustehen und etwas, wenigstens eine Sache, mal durchzuziehen..." zu Beginn dachte ich nur Oh, NEIN! Warum fängst du jetzt mit dem Mist an, aber nachdem ich ihm zugehört hatte und begriff, was er sagte, mental immer kleiner und kleiner wurde in der Scham, in die er mich brachte, dachte ich nur noch Ja, Ja, Ja, du hast Recht, das werde ich, danach, und erst danach kann ich mir Gedanke ums Küssen machen, wer möchte schon einen Menschen mit so vielen Lastern lieben? 
Nachdem er mit seinem Vortrag fast abgeschlossen hatte und ich schon ganz vertieft in diese Themen, die ich gerade zu biegen hatte, war, DA zog er meinen Kopf näher zu seinem Kopf, seine Lippen näher zu meinen Lippen und küsste mich. Er küsste mich; wahrhaftig, richtig und in Wirklichkeit. Er küsste mich.

Und ich hab das alles nicht verstanden, ich konnte es nicht realisieren oder reagieren oder in irgendeiner Art und Weise für wahrhaftig halten. Das einzige wozu ich im Stande gewesen bin, war ihn anzustarren, während mein Herz begann schneller als mit Schallgeschwindigkeit zu schlagen, ich schloss die Augen und konnte es endlich spüren, im ganzen Körper, da löste er schon unsere Lippen von einander und flüsterte "Verstehst Du?", ich dachte Nein, Nein, Nein aber was auch immer du willst Ja, Ja, Ja. 
Über mich gebeugt sagte er "Ich liebe Dich." ein Herzschlag setzte aus "Du bist mehr als meine beste Freundin, vielleicht verstehst du das jetzt nicht, weil ich sagte, da wäre nichts für mich, aber erst als ich daran dachte, was ich habe und was wäre wenn ich es nicht mehr hätte, da wurde mir klar was ich will. Ich will Dich. Als meine beste Freundin und als meine feste Freundin. Dich und Mich. Ich will das."



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen