Dienstag, 4. März 2014

Wann, also nein, ich meine, warum!?

Ich frage mich wann ein Mensch aufhört zu reden. Wann ein quirliges Mädchen aufhört quirlig zu sein, und wann eine offene Person sich verschließt. Ist das so, wenn man „erwachsen“ wird? Heißt „erwachsen werden“ sich zu sich selbst zu richten, mehr über sich selbst zu richten und nur wenigen von sich zu berichten? Ich versteh langsam den Zusammenhang zwischen Kindheit und Leichtigkeit. Ich versteh langsam, wie jemand da sitzen, Kindern beim Spielen und Rumtoben zusehen und sich denken kann, "So unbeschwert möchte ich auch noch mal durchs Leben rennen". Und er hat Recht. Kinder rennen, wenn sie einmal etwas kennengelernt haben, von etwas gehört, etwas erzählt bekommen haben – rennen sie nur so auf all die Dinge zu. Vergessen oder wissen noch gar nicht, woran sie alles vorbeilaufen und eh sie sich versehen – PLUMPS – fallen sie auf ihre Nase. Ich versteh langsam, dass ich gerade weder ein Kind noch eine Erwachsene bin. Ich bin die letzten Jahre nur gerannt, ich wollte alles auf einmal, ich wollte alles sofort, ich wollte alles einfach viel zu viel, zu schnell. Und jetzt falle ich auf die Nase, Mal um Mal um Mal, immer auf die Nase. Nur Kinder wissen manchmal gar nicht, dass sie zu schnell gerannt sind, die Mama sagt dann zwar, "Mach langsam", aber welches Kind interessiert das schon, solange es keinen Ärger bekommt, mich hat das reichlich wenig interessiert, und weil sie nicht wissen, dass sie zu schnell gerannt sind, stehen sie einfach wieder auf und rennen auf ein Neues los. Sie denken nicht darüber nach, sie stehen einfach wieder auf und das ist der Unterschied. Das einfach und manchmal auch das Aufstehen. Wenn man zu sehr darüber nachdenkt, wie man sich bewegt, dann tanzt man nicht. Wenn man zu sehr darüber nachdenkt, was man sagt, dann spricht man nicht. Wenn man zu sehr darüber nachdenkt, wie man aussieht, möchte man gar nicht mehr aussehen und schon recht nicht mehr gesehen werden. Wenn man zu sehr darüber nachdenkt, wer man ist... will man nichts mehr sein. Das Dumme ist, ich renne, ich falle und ich weiß, dass ich gefallen bin. Wie es weiter geht – hängt vom Zufall ab.



Kommentare:

  1. Schöner Text und zauberhaftes Bild!
    ♥, Elena
    Sometimes fabulous

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  2. Tolle Gedanken, die du dir da machst und wirklich schön, dass du sie mit uns teilst. Das Bild dazu ist natürlich wunderbar, da es diese Leichtigkeit und mit dem Schwarz-Weißen auch diese Nostalgie einfängt.

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  3. wow toller text mal wieder. er spricht mir so aus der seele und es stimmt einfach. leider..

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