Mittwoch, 18. November 2015

SINGAPUR PART I - "The hours between 12 am and 6 am have a funny habit of making you feel like you're either on top of the world or under it."





Es ist zwar schon über einen Monat her, aber da war ja noch was mit Singapur. 
Ich will auch gar nicht viel zu den Bildern schreiben, bloß so viel: Es war echt unglaublich schön diese Stadt in der Nacht und alles derartig erleuchtet zu erleben.










Freitag, 18. September 2015

Tanzende Augenbrauen und High Fives – das was man am ehesten als meinen neuen Alltag beschreiben könnte

Keine Schwestern, die im Flur rumtrampeln und lauthals durch das Haus fragen, wo  dieses eine Oberteile oder jener Schal ist während sie sich auf den Weg zur Tür hinaus zur Schule machen, kein Papa, der morgens bevor er selbst zur Arbeit fährt in meinem Zimmer das Licht einschaltet, keine Mama, die fragt, ob ich schon wach sei, kein Freund, der mich über WhatsApp fragt, ob wir uns heute sehen, kein Wecker und trotz allem werde ich wach. Zwischen fünf und sechs Uhr wache ich ohne all diese gewohnten Muntermacher, ohne irgendein Geräusch oder einen Grund auf. Ich wache einfach auf an diesem anderen Ende der Welt und mein Tag beginnt. Duschen, Zähne putzen, ein Blick in den Spiegel, den Laptop schnappen und rüber ins Hauptgebäude meiner Organisation laufen.  Es ist so früh, man sieht und hört eigentlich noch niemanden, die einzige Person, der ich schon „Magandang umaga po!“  sagen kann ist der Nightguard, mit dem ich gefühlte eine Millionen Mal am Tag, bei jedem Rein- und Rausgehen, ein Lächeln und einen Augenbrauenzucker austausche. Ich setze mich in den Korridor, verbinde meinen Laptop mit dem  Wlan und schaue nach, ob meine Familie und Freunde in Deutschland noch wach sind. Wenn es draußen heller geworden ist und auch für die anderen die Zeit des Aufstehens beginnt, bringe ich meine rote Laptoptasche wieder zurück in unser Apartment.



 Auf dem Weg dorthin zurück gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder es regnet so derartig stark auf mich herunter, dass die vorherige Dusche  komplett umsonst war und ich in meinen Flipflops aufpassen muss nicht auszurutschen, wenn ich die drei großen, glitschigen Steintreppen hinaufgehe oder aber es bietet sich mir der schönste Ausblick den man sich vorstellen kann.  An Tagen, an denen letzteres der Fall ist, bleibe ich vor unserer Tür einen Moment stehen und schaue einfach nur über unser Geländer hinweg, an den immer grünen Tropenpflanzen vorbei auf die glitzernde Bucht und die dahinter liegenden, fast immer von Nebel oder kleinen Wolken umgebenen,  Berge. „An dieses Bild werde ich mich nie gewöhnen“ denke ich mir, lächle dankbar und gehe hoch in unser Schlafzimmer um Lara zu wecken.




Unser gemeinsamer Tag beginnt. Wir frühstücken, fahren mit dem Jeepny, fahren mit dem Tricycle, arbeiten meistens 8 Stunden, fahren zurück, Essen zu Abend und lassen den Tag meist zu dritt mit Sebi ausklingen. So sieht es ganz sachlich bei uns aus.
Aber keinen Tag, kein Ereignis hier ist einfach so sachlich zu beschreiben. Wir leben auf der anderen Seite der Welt und das ist in jeglichem Moment zu spüren. Ganz gleichgültig wo es mich hin verschlägt bin ich umgeben von tanzenden Augenbrauen, die in einer Konversation das Bejahen einer Frage ersetzen, der immer währenden Hitze und den besten High Fives auf dem gesamten Globus, die die übliche Begrüßung untereinander im Home for boys sind. Jeder Arbeitstag mit den Kindern lehrt uns neue Worte in Tagalog und neue Erfahrung im Umgang mit den manchmal wirklich schon schwierigen Geschichten unserer kleinen Pimpfe. Alles, was ich hier erlebe ist immer wieder neu für mich und ich bin froh, dass ich das auch noch so empfinde und wahrnehme, dass nichts von all dem hier, selbstverständlich ist.

Sonntag, 30. August 2015

USA V - Cadillac Ranch Amarillo


Vielleicht sollte ich auch mal etwas zu den ganzen Bildern aus meinem USA-Urlaub schreiben. Womöglich reist der ein oder andere, der das hier liest ja auch mal nach Texas, Colorado oder New Mexico, die drei Staaten, die ich während der drei Juliwochen gesehen habe.


Hier waren wir auf der Cadillac Ranch, die in der Nähe von Amarillo, Texas ist. Dabei handelt es sich um zehn Cadillacs aus den Jahren zwischen 1948 und 1963, die alle im gleichen Winkel dort auf einem freien Feld, das für jeden stets zugänglich ist, in den Boden eingelassen sind. Es ist ein Künstlerprojekt, das laut dem schlauen Internet die Freiheit, die das Automobil mit sich brachte, symbolisieren soll. Heute kommen Menschen aus der ganzen weiten Welt dorthin um ihre eigenen Kunstwerke auf die Bleche zu sprühen, die unter den unzähligen Farbschichten weniger wie Bleche als die Wände von Tropfsteinhöhlen aussehen. 


Es macht wirklich jede Menge Spaß sich dort mal richtig auszutoben und eine der witzigsten Situationen dort war als eine deutschsprachige Gruppe Mädchen dorthin gekommen ist und natürlich nichtsahnend die ganze Zeit auf Deutsch miteinander geredet haben und überhaupt nicht erwartet hatten, dass dort tausende Kilometer von unserer Heimat entfernt, auch noch andere Menschen dieser Sprache mächtig sein könnten. Ich also ganz gemütlich eine Stelle des Auto besprayend höre nur wie eines der Mädchen hinter mir sagt "Wäre das jetzt fies, wenn ich da direkt mal drüber spraye?". Darauf habe ich mich umgedreht und mit einem fetten Grinsen gemeint "Ja, das fände ich wirklich unhöflich." Die Arme hat sich total erschrocken und es war ihr anzusehen  wie unangenehm es ihr war. Am Ende fanden wir es beide einfach nur witzig . 


Ich kann jedem, der ein bisschen Spaß an solchen Sprayaktionen hat oder auch allen anderen, die vielleicht einfach nur ein paar gute Schnappschüsse machen und gucken wollen, diese Ranch echt nur empfehlen. Sie ist relativ gut ausgeschildert und liegt ca. 5 km von Amarillo entfernt! Falls ihr jemals schonmal dort ward oder mal dorthin kommen solltet, sagt Bescheid!